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Die St. Felicitas-Kirche in Untertrubach

 

 
  Untertrubach_Kirche  
 
 

 Gottesdienst: Sonntag 08:30 Uhr.

 
 
  Das kleine idyllische Dörfchen Untertrubach mit seinen ca. 120 Einwohnern liegt zwischen Obertrubach und Egloffstein im romantischen Trubachtal. Das Dorf wurde bereits im Jahr 1007 urkundlich erwähnt und dürfte zu einem der ältesten Dörfer der Fränkischen Schweiz zählen. Auch das schmucke Äußere der Felicitaskirche läßt nicht ahnen, daß der Kern der Anlage bereits um 1250 entstanden ist. Datieren läßt sich diese Zeit aufgrund von Bauanalysen, wobei im Untergeschoß, welche den Altarraum enthielt, eine Zickzackrahmung gefunden wurde. Die Sage erzählt, daß die Kirche nicht am jetzigen Standort errichtet werden sollte, sondern ca. 1 km weiter östlich am Asterbach. Auf unerklärliche Weise wurde das Baumaterial, welches am besagten Platz schon mehrmals gelagert war, immer wieder an den heutigen Standort gebracht. Auch heute heißt dieser Ort am Asterbach immer noch Kirchbühl. Im Jahr 1628 wurde die Kirche fast auf das Doppelte vergrößert. 1711 begann man sich dem damaligen Zeitgeschmack anzupassen. Die gotischen Fenster wurden nun mit einem Stichbogen versehen. Diese Umgestaltungsmaßnahmen waren bis 1980 in den äußeren Fensterleibungen der beiden Chorfenster noch nachvollziehbar. Weitere Renovierungsarbeiten wurden 1936, wo das Portal nach Westen verlegt wurde, und 1965 bis 1969 durchgeführt. In dieser Zeit wurde das Innere der Kirche stark verändert. So verschwanden die Altäre und Aufsätze spurlos, ein neues Bankgestühl wurde eingebaut, und die alte Pfeifenorgel wurde gegen eine Elektronische ersetzt. Auch die Anbringung einer Holzkassettendecke und die Auslegung mit einem rotem Ziegelboden veränderte das Innenraumgefüge sehr stark. 1978 wurden die Bauschäden derart groß, daß man sich sofort entschloß, die Trockenlegung und das Andübeln des Turmes an die Kirchenschiffwände voranzutreiben. Bei den Abfangarbeiten der Westfassade drohte Einsturzgefahr. Die Wand wurde abgetragen. Somit war die Voraussetzung für die dritte und letzte Erweiterung gegeben. 1980 bis 1982 wurde die Kirche nun nochmals um ca. 10 Meter nach Westen erweitert. Der Leitgedanke bei dieser letzten Renovierung war die heutige Liturgie. Der Altar wurde in den Raum der Gemeinde gestellt, die ihn von drei Seiten umgibt Das Lesepult (Ambo) steht dahinter, während Tabernakel und Ewiges Licht so angeordnet sind, daß sie ins Land hinaus sichtbar sind. Die Ausrichtung der Gemeinde auf den Altar wird auch durch die diagonal angeordneten Deckenfelder unterstrichen. An der Ostwand ist die Patronin der Kirche, die Heilige Felicitas mit ihren sieben Söhnen, angebracht. Die Legende berichtet von einer Witwe, die sieben Söhne hatte und im zweiten Jahrhundert in Rom lebte. Sie hielt an ihrem christlichen Glauben fest, auch als alle ihre Söhne vor ihren Augen grausam hingerichtet wurden. Zuletzt starb sie selbst durch das Schwert. Felicitas (Lt: "Glückseligkeit") gilt als Patronin der Frauen und wird für reichen Kindersegen um Fürbitte angerufen. Vor der wunderschönen Kirche wurde 1988 ein Brunnen errichtet, der unter dem Motto steht: " Wasser ist Leben ". Der Bau dieses Brunnens wurde maßgeblich vom Heimatfreund Johann Häfner (+ 31.12.88) und dem Pretzfelder Steinmetzmeister Paul Wuttke (+ 18.04.1990) in Zusammenarbeit mit dem Fränkische - Schweiz - Verein Ortsgruppe Wolfsberg erbaut. Das Wasser aus diesem Brunnen fließt in einen aus Stein gehauenen Krug und ist, getreu dem Leitgedanken, ein sehr gutes Trinkwasser. Diese schöne Brunnenanlage mit ihrer einladenden Rastmöglichkeit ist der Ausgangspunkt des Wanderweges mit dem Markierungszeichen grüner Ring. Der Wanderweg führt zum Burggrafstein, welcher bereits 1374 Ausgangspunkt zur Belagerung der Burgen Egloffstein, Leienfels und Wolfsberg war. Noch heute kann man die Reste des Burgstalles 50 Meter bergwärts betrachten. Auch sollte man sich den schönen Ausblick von der Felskanzel in das Trubachtal nicht entgehen lassen, zu der man durch die "Hohle Kirche" gelangt. Von hier aus geht der Weg über das Hochplateau der Trubach in das Großenohetal. Vorbei an der Felsengruppe "Drei Zinnen" wandert man neben dem kristallklarem Wasser der Großennohe zurück zum Ausgangspunkt. Nach dieser ca. zweistündigen Wanderung läßt man sich gerne zu einer besinnlichen Rast am plätschernden Brunnen in Untertrubach nieder.

 

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Stand: 21.03.08